Glück kommt selten allein …

Glück kommt selten allein …

Interview mit Eckart von Hirschhausen

Kaum ein deutscher Comedian dürfte derzeit erfolgreicher sein! Dr. Eckart von Hirschhausen füllt mit seinem Bühnenprogramm Hallen in ganz Deutschland, ist Dauergast im Fernsehen und schreibt nebenbei noch Bestseller. Im Amazon-Interview erzählt er, was die Leser in seinem Glück-Buch erwartet.

Frage: „Glück ist machbar” – Ihre Botschaft muss alle überzeugten Pessimisten und Misanthropen aufschrecken. Will „Glück kommt selten allein” am Ende gar eine Anleitung zum glücklicheren Leben sein?

von Hirschhausen: Das Buch enthält mindestens 20% weniger Ratschläge als konventionelle Glücksbücher. Wer es liest, muss nicht glücklicher werden. Wer will, kann auch anschließend unglücklicher sein – aber auf höherem Niveau. Pessimisten behalten öfter Recht – aber will man Recht behalten oder glücklich sein? Beides geht nicht.

Frage: Was machen Sie in „Glück kommt selten allein” anders als die unzähligen selbsternannten Glücks-Gurus, die uns mit Affirmations-Sprüchen quälen?

von Hirschhausen: Die unliebsame Wahrheit ist: Wir sind gut darin, das Glück zu suchen. Aber immanent schlecht darin, es zu behalten. Mit einfachen Glücksrezepten ist es wie mit Diäten oder Erkältungsmitteln: Gäbe es ein gutes Rezept für alle – es hätte sich schon herumgesprochen. Meine zentrale Idee lautet: Glück ist paradox. Viele Glücks-Gurus, Philosophen und Ratschlag-Austeiler versuchen Glück auf EINE Formel zu bringen. Ich mache das genaue Gegenteil: Für mich ist das Widersprüchliche interessant. Glück ist nicht ein Gefühl, sondern mindestens fünf verschiedene, deshalb gibt es auch 5 Kapitel: Zum Zufall, der Gemeinschaft, dem Genuss, dem Tun und dem Lassen.
Der Hauptunterschied zu vielen Gurus ist, dass mein Buch nicht einfach etwas behauptet, sondern über fünf Jahre Recherchearbeit darin stecken. Und dabei bin ich auf kuriose Dinge gestoßen: Schönheit macht traurig, Sex wird überschätzt, und lange Ladenöffnungszeiten lähmen die Kauflust. Dafür macht Geld glücklich, beim Ausgeben, nicht beim Verdienen. Der größte Unterschied zu anderen Glückbüchern ist: Es gibt viel zu lachen. Über unsere Macken, unsere Suche nach dem Glück an den falschen Orten und über mich.

Frage: Wie viel „Erfahrungswissen” eines Glücklichen steckt eigentlich in Ihrem neuen Buch?

von Hirschhausen: Jede Menge. Es ist das persönlichste der drei Bücher, die ich bisher geschrieben habe. Es enthält meine Erfahrungen als Arzt im Bereich Neurologie und Psychiatrie, es ist die Quintessenz der Glücksforschung der letzten zehn Jahre, und es enthält meine eigenen Versuche, glücklich zu werden und zu scheitern. Und viele meiner Lieblingswitze. Wenn man sich vornimmt zu scheitern, und man schafft es, ist man dann überhaupt gescheitert?

Frage: Als eines Ihrer Betätigungsfelder geben Sie „Humortrainer” an. Was kann man sich darunter vorstellen? Hat es etwas mit der indischen Lach-Bewegung zu tun?

von Hirschhausen: Lachyoga praktiziert Lachen ohne Grund. Dagegen habe ich nichts, das wirkt tatsächlich. Aber ich bin ein altmodischer Mensch und lache am liebsten mit Grund. Als Trainer unterstütze ich Menschen, ihren Sinn für Humor zu finden und rüberzubringen. Hauptsächlich geht es darum, Vorträge und Präsentationen „aufzupeppen”. Denn nicht alles, was man mit einem ernsten Gesicht tut, ist deshalb vernünftig. Und „Merkwürdiges” merkt sich besser. Humor ist die wirksamste Art, das Herz der Menschen zu bewegen. Von zwei Seiten: vom Kopf und gleichzeitig vom Zwerchfell.

Frage: Stimmt es eigentlich, dass es Ärzte überhaupt nicht schätzen, wenn der Patient mal ein Späßchen wagt?

von Hirschhausen: Dazu kann ich nur sagen: 96,8 % aller Statistiken sind gefälscht. So etwas Allgemeines würde ich nie sagen. Noch nicht mal über Allgemeinmediziner. Höchstens über Orthopäden.

Frage: Ihr persönlicher Lieblingswitz, der beginnt: „Kommt ein Mann zum Arzt…”?

von Hirschhausen: Der steht im Buch – sogar zwei Mal. Wenn ich ihn jetzt verrate, ist nicht nur der Witz verraten, auch ich bin es.

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Der Tod kommt wie gerufen: Roman

Der Tod kommt wie gerufen: Roman

»Ich kenne den Tod. Jetzt lauert er auf mich.«

Ein verlassenes Haus in Charlotte, North Carolina, ein grausiger Einsatz für Forensikerin Tempe Brennan: Neben Kupferkesseln, einem toten Huhn und seltsamen Artefakten liegt der abgetrennte Kopf eines Mädchens. Blitzartig geht ein Gerücht um: Ritualmord! Ein bibelfester Politiker auf Stimmenfang verdächtigt okkulte Kreise und ruft nach Vergeltung. Noch während Tempe den Tatort untersucht, bahnt sich in Charlotte eine gnadenlose Hexenjagd an.

Als Temperance („Tempe“) Deasee Brennan in den Keller hinabsteigt, hofft sie noch, ein verwesendes Eichhörnchen zu entdecken. Denn der Geruch der Verwesung, von Fliegen, Insekten und Maden in Kadavern ist milder als das, was der Forensikerin sonst an ihren Tatorten entgegenschlägt. Tatsächlich findet Tempe am Ort des Geschehens, an den sie ein renovierender Klempner gerufen hat, zunächst ein totes Huhn. Aber sie findet auch einen menschlichen Schädel. Und sie findet zwei Menschenknochen, die in mit Erde gefüllten Kesseln verborgen sind.

Der Verdacht liegt nahe, es mit einer heidnischen Opferstelle zu tun zu haben. Aber kann es in der beschaulichen Kleinstadt so etwas wie Voodoo oder Satanismus geben? Dann wird plötzlich in einem Plastiksack am Ufer eines Sees auch noch der Torso eines Jungen gefunden, in den eindeutig diabolische Zeichen eingeritzt sind. Aber: Warum riecht auch dieser Körper nicht so, wie Körper in diesem Zustand der Verwesung riechen? Warum ist er viel weniger von Insekten befallen als zu erwarten war? Und: Welche Rolle spielt ein undurchsichtiger Prediger bei den Mordfällen, der die Bevölkerung gegen Tempe aufzuhetzen sucht und nach Lynchjustiz ruft?

Am Anfang von Der Tod kommt wie gerufen steht Kathy Reichs vielschichtige Ich-Erzählerin nicht nur vor den Scherben einer Beziehung, sondern auch vor vielen Rätseln. Im Zuge der Handlung, die immer wieder von privaten Exkursen durchbrochen ist, klärt sich zwar Manches. Aber die Lösung der Fälle ist dann doch für alle — auch für den Leser — überraschend. Am Ende ist dann nur noch Tempes Zukunft offen. Das lässt auf eine Fortsetzung mit einem neuen Mordfall hoffen. Fans dürfen also gespannt sein und bleiben. — Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de»Ich kenne den Tod. Jetzt lauert er auf mich.«

Ein verlassenes Haus in Charlotte, North Carolina, ein grausiger Einsatz für Forensikerin Tempe Brennan: Neben Kupferkesseln, einem toten Huhn und seltsamen Artefakten liegt der abgetrennte Kopf eines Mädchens. Blitzartig geht ein Gerücht um: Ritualmord! Ein bibelfester Politiker auf Stimmenfang verdächtigt okkulte Kreise und ruft nach Vergeltung. Noch während Tempe den Tatort untersucht, bahnt sich in Charlotte eine gnadenlose Hexenjagd an.

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Keiner kommt durch: Die Geschichte der innerdeutschen Grenze und der Berliner Mauer 1945-1990

Keiner kommt durch: Die Geschichte der innerdeutschen Grenze und der Berliner Mauer 1945-1990

Auch gut zehn Jahre nach dem Mauerfall bewegt die ehemalige innerdeutsche Grenze immer noch die Gemüter. Dietmar Schultke, der dort im Einsatz war, skizziert die wichtigsten Phasen des Grenzausbaus, zeigt die psychologische und ideologische Ausstattung des beteiligten Personals und macht den staatlichen Gewaltapparat kenntlich. In der Tat hatten die Grenzanlagen letztlich den Zweck, Tendenzen massenhafter Abwanderung in Richtung Westen zu unterbinden. Sie wurden mit der Zeit zu einer Festung mit Minen, Selbstschussanlagen und scharfer Bewachung. 774 Personen kamen zwischen 1948 und 1989 dort ums Leben.

Einige nicht minder wichtige Aspekte vernachlässigt Schultke allerdings. Machtpolitisches Kalkül bewog die kriegsgebeutelte UdSSR, sich in ihrem Einflussbereich ein Glacis zu schaffen, besonders unter dem Eindruck der Remilitarisierungs- und NATO-Anbindungsbestrebungen der BRD, und so wurde die Demarkationslinie faktisch zur Staatsgrenze. Dabei war von Anfang an der polizeiliche Schusswaffengebrauch vorgesehen. Alle diesbezüglichen (auch im Buch dokumentierten) Verordnungen stehen jedoch, zumindest dem Wortlaut nach, in auffälligem Kontrast zum gerne kolportierten Wildwest-Manier assoziierenden Begriff “Schießbefehl”. Ein damit zusammenhängendes Problem ist juristischer Art: Die angeklagten Mauerschützen beispielsweise sind, damals nach DDR-Recht handelnd, heute nach bundesrepublikanischen Gesetzen verurteilt worden. Grundlage: die sogenannte “Radbruchsche Formel”, nach der “unrichtiges Recht” dann vorliege, wenn ein positives Gesetz in unerträglichem Maße zur Gerechtigkeit in Widerspruch steht. Gustav Radbruch hatte seine rechtsphilosophische Anschauung jedoch angesichts der Erfahrungen im Dritten Reich entwickelt. Der Vergleich der DDR mit Hitlerdeutschland und die daran anknüpfende Rechtsauffassung ist aber heikel.

Trotz dieser Mängel ist das Buch empfehlenswert, da es in knapper Form Einblick ins Thema gibt, statistisches Material und Dokumente liefert und Kontroversen durchaus zulässt. –Jürgen Grande

Listenpreis: EUR 9,95

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Wann kommt denn endlich der blöde Prinz auf seinem dämlichen Gaul!: 100 Tipps, wie Sie Ihren Traummann finden

Wann kommt denn endlich der blöde Prinz auf seinem dämlichen Gaul!: 100 Tipps, wie Sie Ihren Traummann finden

Die gute Nachricht vorweg: Es gibt genügend Männer auf der Welt, die genau wie jede Frau eine Beziehung wollen. Doch wie gelingt es IHR, den Prinzen zu finden? Der »Frauenflüsterer« Oliver Stöwing weiß, wie es klappt. Auf der Basis von NLP-Techniken und Methoden aus der Kommunikationspsychologie coacht er jede Frau. Er zeigt, wie sie ihre inneren Ressourcen aktivieren kann, wie sie die Mechanismen der Dating-Welt erkennt, sie knackt und verinnerlicht, um dann mit dem Auserwählten glücklich zu werden.

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Der durch den Spiegel kommt

Der durch den Spiegel kommt

Kirsten Boie wurde für ihre Kinder- und Jugendbücher mehrfach ausgezeichnet. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin verfügt über eine gehörige Portion Fantasie, was eines ihrer Erfolgsgeheimnisse sein dürfte. Der durch den Spiegel kommt klingt ein wenig wie Der mit dem Wolf tanzt, und tatsächlich geht es in dieser Geschichte auch um ein Tier. Aber nun erst mal der Reihe nach.

Anna ist ein unscheinbares, kleines Mädchen mit zipfeligen Haaren, das für seine Mutter einkaufen gehen soll. Brav geht sie los, wenngleich ohne große Begeisterung. Als es langsam dunkel wird, entdeckt Anna gleich neben der Birke ein Kaninchen. Das allein ist nichts Besonderes, wird der eine oder andere einwenden. Doch dieses Kaninchen kann erstens sprechen und kennt zweitens das Geheimnis des rätselhaften Zauberspiegels, den das Mädchen auch noch findet.

Mit diesem goldenen Spiegel beginnt eine Reise in eine andere Welt, in der Anna unverhofft zur Heldin wird. Nicht sofort, denn sie ist weder stark noch kampferprobt. Der Exkurs auf die andere Seite des Spiegels, um Evil, den Schrecklichen, zu besiegen, hat etwas von Fantasy. Und das, obwohl auch in dieser Traumwelt Pferdekoppeln, Lämmchen, Ziegen und Fliederbüsche existieren. Als Anna zum Wirtshaus kommt, wird sie bereits sehnsüchtig erwartet. Völlig erstaunt nimmt sie die Aufmerksamkeit der Menschen zur Kenntnis.

Sie soll die kühne Kämpferin im Gefecht gegen Evil sein. Sie ist die Auserwählte. Weshalb ausgerechnet Anna, das Mädchen von nebenan, diese Auszeichnung und den gefährlichen Auftrag erhält, liest sich spannend. Und wer wissen will, was es mit dem geheimnisvollen Ring des Schmieds auf sich hat, den dieser dem Mädchen schenkt, sollte sich das Buch kaufen oder es sich schenken lassen. –Corinna S. Heyn

Listenpreis: EUR 14,95

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Guck, der kleine König kommt: Meine schönsten Lieder

Guck, der kleine König kommt: Meine schönsten Lieder

Als Revoluzzer, als “rote Laus im Kindergartenfell” galt er in den 70er-Jahren, als er mit seiner ersten Platte Die Rübe Politik in Noten verpackt in deutsche Kinderzimmer transportierte. Heute, nach über drei Jahrzehnten Dienst an der Gitarre, ist der Liedermacher Fredrik Vahle (an der Universität Gießen auch bekannt als Professor Friedrich Vahle) zum Klassiker geworden. Er trägt das Bundesverdienstkreuz, füllt Konzertsäle mit großen und kleinen Fans und feiert demnächst seinen 60. Geburtstag.

Zu diesem Fest macht der Patmos-Verlag seinem Jubilar ein Geschenk: Guck, der kleine König kommt, ein Liederbuch mit Vahles schönsten Songs, fröhlich illustriert von Manfred Bofinger. Schon das Inhaltsverzeichnis liest sich wie die Zwergerl-Hitparade: Anne Kaffeekanne, Der Cowboy Jim aus Texas, Der Hase Augustin — kein Vahle-Ohrwurm fehlt. Songs für starke Mädchen und kleine Könige, Lieder zum Gehen, Trampeln und Flitzen, witzige, provokante, nachdenkliche und auch traurige Texte — alles hat Platz gefunden. Kindern ist wahrscheinlich die gleichnamige Hörversion lieber, doch für Erzieher, Lehrer und engagierte Eltern könnte das Buch Pflichtlektüre werden. Zu den Texten und Notensätzen liefert Vahle nämlich gleich die Gebrauchsanweisungen für seine Songs mit, also die Tänze und Bewegungsspiele, die in ihnen stecken. Denn ungetanzt sind echte Vahles nur halb so schön. –Beate Strobel

Listenpreis: EUR 16,95

Preis: EUR 13,30

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Vom Höchsten der Gefühle. Wie der Mensch zum Orgasmus kommt

Vom Höchsten der Gefühle. Wie der Mensch zum Orgasmus kommt

Eigentlich erstaunlich, dass man ein ganzes Buch über ein Phänomen schreiben kann, das durchschnittlich nur 12 Sekunden dauert. Aber es sind halt ganz besondere Sekunden — für die sich die Wissenschaft allerdings lange Zeit nicht sonderlich interessierte. Das hat sich inzwischen geändert, auch aufgrund besserer technischer Möglichkeiten. Weshalb Rolf Degen auf vielfältige Untersuchungen zum Thema zurückgreifen kann, um dieses höchste der Gefühle von allen Seiten zu beschreiben. Aber es gibt immer noch einige spannende, ungelöste Fragen. Allen voran die nach dem weiblichen Orgasmus: Hat er einen evolutionären Sinn — wenn ja, warum ist er beim Koitus so unbeständig? Der Bogen, den der Autor spannt, reicht aber viel weiter: Von der Frage, was Tiere beim Sex empfinden, über die Vorgänge in Gehirn und Körper während des Höhepunkts, bis hin zu Störungen der Orgasmusfähigkeit.

Wie schon bei seinem Lexikon der Psychoirrtümer (asin 3492240208) versteht es Rolf Degen ausgezeichnet, komplexe Zusammenhänge und wissenschaftliche Erkenntnisse für ein breites Publikum unterhaltsam aufzubereiten. Diesmal hat er auch seinen Hang zur Polemik besser im Zaum. Auch wenn er Sigmund Freund und seine These vom vaginalen Orgasmus genüsslich zerlegt, aber da irrte der Begründer der Psychoanalyse nun mal gewaltig. Der offenbar so rätselhafte weibliche Orgasmus ist es aber auch, bei dem Degen ein paar sehr voreilige Schlüsse unterlaufen: So erklärt er den G-Punkt schlicht als inexistent. Die bei manchen Frauen auftretende weibliche Ejakulation fertigt er gar auf einer halben Seite ab und verweist das Phänomen ins Reich der Sex-Mythen. Beides ist Unsinn, aber wenn der große Sigmund Freud bei der weiblichen Sexualität ins Stolpern geriet, warum nicht auch ein Rolf Degen.

Mit kleinen Abstrichen ist Vom Höchsten der Gefühle eine sehr lesenswerte Erkundungsreise in die spannenden Gefilde der menschlichen Sexualität, bei der deutlich wird, wie viel diese paar Sekunden Seeligkeit mit dem Menschsein und der Menschwerdung zu tun haben. –Christian Stahl

Listenpreis: EUR 19,90

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Die Olchis. Wenn der Babysitter kommt

Die Olchis. Wenn der Babysitter kommt

Irgendwie klingt der Titel von Erhard Dietls Die Olchis. Wenn der Babysitter kommt gar nicht wie von einem Bilderbuch. Eigentlich klingt er wie der Titel von einem Gruselfilm. Und genauso ist er wohl auch gemeint. Denn die Geschichte entwickelt sich für die Olchi-Kinder zum blanken Horror. Ihre Eltern müssen zu einer Bürgerversammlung, um zu verhindern, dass in Schmuddelfing eine Müllverbrennungsanlage gebaut wird. Schließlich leben die Olchis ja vom Müll, und es ist besser, wenn die sympathischen Grünlinge ihn verspeisen, als dass eine unsympathische High-Tech-Anlage ihnen die Arbeit abnimmt! Also holen sich die Olchi-Eltern einen blond gelockten Babysitter namens Frau Pfifferling aus der Stadt, um auf die Kinder und den Drachen aufzupassen. Und der wirbelt das Leben der kleinen Olchis ganz schön durcheinander.

Zuerst nämlich kocht sie den Olchis Gemüsesuppe, wo die doch viel lieber Glas und Schuhsohlen essen — und macht dazu (O Graus!) erst einmal Mamas herrlich schmutzige Kochtöpfe sauber. Dann fegt sie noch die Olchi-Höhle, nimmt den Schmutz aus der Badewanne und schüttet dem übel riechenden Drachen die Gemüsesuppe ins weit aufgerissene Maul. Kein Wunder, dass dem Drachen ganz übel wird und er anschließend in allen Farben des Regenbogens schimmert. Und kein Wunder, dass sich die Olchis etwas ausdenken müssen, um der Horror-Babysitterin den Garaus zu machen.

Die Olchis. Wenn der Babysitter kommt ist ein wunderbares Buch, wie alle Bücher aus Eberhard Dietls schmutzigem Olchi-Universum. Herrlich frech gezeichnet und schrecklich schön betextet. Die ideale Gute-Nacht-Lektüre für alle Kinder ab 4 Jahren vor dem Waschen und Zähneputzen — und vor allem, wenn die Babysitterin kommt. –Stefan Kellerer

Listenpreis: EUR 12,00

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Das Böse kommt auf leisen Sohlen

Das Böse kommt auf leisen Sohlen

Mit seinem Roman Die Abenteuer des Tom Sawyer (1876) schuf Mark Twain den amerikanischen Klassiker und etablierte das Sujet Kindheit und Jugend im ländlichen Amerika als eines der großen Themen der amerikanischen Literatur. Nachwirkungen dieses Buches finden sich im Genre der Fantastik in der Neuzeit noch in Büchern wie Stephen Kings Es oder Dan Simmons’ Summer of Night wieder. Ein moderner Klassiker zu diesem Thema ist Das Böse kommt auf leisen Sohlen (1962) von Ray Bradbury, ein Roman, dessen Einfluss auf die oben genannten Autoren und Werke nicht unterschätzt werden sollte.

Eines Nachts kommt heimlich und verstohlen ein Jahrmarkt in eine kleine Stadt in Illinois, die identisch ist mit Green Town in Bradburys autobiografischem Episodenroman Löwenzahnwein, und schlägt seine Zelte auf. William “Bill” Halloway und James “Jim” Nightshade, zwei Jungs aus der Stadt, spüren als erste, dass mit dem Jahrmarkt etwas nicht geheuer ist: Traumfiguren wandeln unerkannt unter den Bewohnern der Stadt, und nur die Jugendlichen können sie erkennen, während die Erwachsenen dem Phänomen kaum Beachtung schenken. Die heimlichen bösen Wünsche der Stadtbewohner gehen in Erfüllung, ein Karussell verwandelt Kinder in Greise und Greise in Kinder und der Jahrmarkt selbst stiehlt die Seelen der Menschen. Jim und Bill nehmen den Kampf gegen die Zirkusdirektoren G. M. Dark und J. C. Cooger auf. Hilfe finden sie in der Bibliothek, wo Charles Halloway arbeitet, Williams Vater.

Ray Bradburys unheimlicher Roman hat deutlich allegorischen Charakter (wofür das Buch oft kritisiert wurde), die handelnden Personen sind wenig mehr als Symbole und Metaphern, die Schilderungen des ländlichen Kleinstadtlebens ebenso verklärt wie die der Bibliothek, ein gotisches Schloss des Wissens, dessen Bücher die Lösung zu allen Problemen zu enthalten scheinen (man vergleiche dazu auch Bradburys Fahrenheit 451, wo Bücher von der Regierung als subversiv verboten werden, da ihr Inhalt die Fantasie der Bürger anregen und sie auf dumme Gedanken bringen könnte). Und dennoch — der Roman beinhaltet bei allen Schwächen einige wahrhaft magische und unheimliche Momente, die die Lektüre zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. –Joachim Körber

Listenpreis: EUR 9,90

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Das Paradies der kleinen Sünder: Commissario Montalbano kommt ins Stolpern

Das Paradies der kleinen Sünder: Commissario Montalbano kommt ins Stolpern

Ein Landstreicher wird ermordet, weil er zu viel über ein 50 Jahre zurückliegendes Verbrechen weiß. Ein verbitterter alter Mann tarnt seinen Selbstmord als grausamen Mord, um sich damit an seinem verhassten Bruder zu rächen. Ein Mafiakiller setzt den eigenen Partner außer Gefecht und rettet dem Beinahe-Opfer das Leben. Und Commissario Salvo Montalbano, der launische, aber gutmütige, kluge und ungewöhnlich belesene Chef des Polizeikommissariats von Vigàta, löst diese und viele weitere Fälle wie immer mit viel Witz, Herz und Verstand.

Vigàta ist eine fiktive Kleinstadt in Sizilien. Ihre Einwohner — von den Honoratioren und Mafiabossen über große und kleine Geschäftsleute bis hin zu den Armen und Gescheiterten — bevölkern die kurzweiligen Kriminalgeschichten Andrea Camilleris. Es sind meist kleine Sünder, wie der Titel sie nennt. Selbst Kapitalverbrechen werden bei Camilleri mit so viel Unbekümmertheit und Humor geschildert, dass sie eher unterhaltsam als gruselig daherkommen. Der Autor lässt ein Panorama einer kleinstädtischen Gesellschaft fernab von den Machtzentren Europas entstehen. So erfährt der Leser nebenbei allerhand über italienische Geschichte und Kultur, über das Land und seine Menschen.

Ein besonderes Lob gebührt der Übersetzerin: Christiane von Bechtolsheim ist es gelungen, Eigenheiten des sizilianischen Dialekts in die deutschsprachige Fassung herüberzuretten und den Geschichten auch sprachlich eine gewisse “Italianità” zu bewahren. –Anna Hochsieder

Listenpreis: EUR 8,99

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