Duplik Jonas 7

Duplik Jonas 7

Jonas ist ein Duplik. Er lebt mit vielen anderen Dupliks in einem sogenanntenHort, abgeschottet von der Welt, und muss nichts anderes tun als Sporttreiben, sich richtig ernähren und auf seine Gesundheit achten. Nur eineBedrohung gibt es in diesem idyllisch anmutenden Leben den FRASS. EineKrankheit, die plötzlich und unbemerkt auftritt, die alle Organe befallenund die nur mit der sofortigen Entfernung des jeweiligen Körperteils ‘geheilt’werden kann. Die grausame Wirklichkeit, die dahinter steckt, ahnt keinerder Dupliks Sie sind genetische Zwillinge von in der ‘normalen’ Welt lebendenMenschen und müssen jederzeit als Ersatzteillager fungieren. Eines Tagesist auch Jonas vom FRASS befallen.

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Die unwahrscheinliche Reise des Jonas Nichts

Die unwahrscheinliche Reise des Jonas Nichts

Jonas Nichts hat buchstäblich nichts außer einem Zettel, auf den sein Name steht: „seine Geburtsurkunde, seine Taufbescheinigung und sein einziges Erbe“, wie er glaubt. Und selbst der Name scheint genau das zu sein, was er bedeutet, nämlich nichts. Denn der seltsame Kutscher, der den Jungen einstmals in die Obhut des launischen, aber fairen Bauern Brand gegeben hat, war stumm und wusste auf die Frage Brands, wer denn der Kleine sei, nichts Rechtes zu antworten. Vielleicht ist Jonas’ Nachname also bloß Fiktion. Jetzt ist Jonas Nichts zwölf Jahre alt, und des Bauern Knecht – bis zu jenem Tag, als die Kutsche samt ihres Kutschers wiederkommt.

An diesem Tag erfährt Jonas Nichts von seinem winkeladvokatischen Vormund, dass er doch noch ein anderes Erbe besitzt: ein seltsames Herrenhaus mit dem bezeichnenden Namen Wunderlich, das mitsamt seiner Bewohner aber eher wie eine abweisende Burg denn wie ein gemütliches Wohnhaus wirkt. Und er erfährt, wer der geheimnisvolle Stumme war, dem er den Zettel mit seinem Namen verdankt: Es ist der Diener Ruben, der ihm noch einen weiteren Zettel zuschiebt: „Egal, wer dich fragt: Du bist nicht 12. Du bist 13!“ steht darauf geschrieben. Jonas beherzigt den Rat von Anfang an. Und das ist gut so. Denn im Herrenhaus Wunderlich gibt es ein verbotenes Zimmer der verstorbenen Baronin Clara und ihrer missmutigen Cousine Alma. Hier findet sich der Übergang zum phantastischen Reich Kanaria, in dem Jonas den gleich alten Ole Mond kennen lernt. Ole ist der einzige freie Zwölfjährige im Land. Denn laut einer Prophezeiung wird ein Zwölfjähriger eines Tages die grausame Kaiserin Kanarias stürzen…

Im Grunde läuft es ja immer gleich in der phantastischen Kinder- und Jugendbuchliteratur. Die Identifikationsfigur des Lesers, die nicht selten ein trauriges Schicksal mit einer geheimnisvollen, noch zu entschlüsselnden Vergangenheit verbindet, entpuppt sich schon bald als auserwählter Held, der die Welt erretten soll. Nicht selten ist diese Welt in einem phantastischen, hierarchisch strukturierten und von Gut und Böse zerrissenen Parallelreich angesiedelt, dessen wunderliche Bewohner immer wieder — der menschliche Geist ist eben begrenzt — aus denselben Einzelteilen zusammengesetzt sind. So ist es auch in Die unwahrscheinliche Reise des Jonas Nichts. Und doch ist hier einiges anders im Roman. Das hat unter anderem mit der Art zu tun, wie Autor Wieland Freund mit den Ebenen zu spielen weiß. Das hat aber vor allem damit zu tun, wie er seinen Plot erzählt. Denn so dicht, sprachgewandt, reflektierend und poetisch wie hier hat man die Reiche der Fantasy selten erlesen können. – Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

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